Wer in Neukölln lebt und Livemusik liebt, kommt an einem Ort nicht vorbei: Huxleys Neue Welt in der Hasenheide. Die Konzerthalle im Schatten des Volksparks gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Adressen der Berliner Musikszene, und das Programm für 2026 kann sich sehen lassen.1 Wer plant, sollte vorher einen Blick auf die Kapazität von Huxleys Neue Welt werfen.
Wir haben uns durch den Veranstaltungskalender gearbeitet und die wichtigsten Termine zusammengestellt.
April 2026: Ein starker Start
Der April brachte eine dichte Mischung aus Genres nach Neukölln. Am 4. April eröffneten Kasi & Antonius (verlegt aus der Columbiahalle) den Monat, gefolgt von den Metalcore-Größen Fit For A King mit Memphis May Fire am 8. April.1
Für Indie-Fans wurde es am 17. April spannend, als The Vaccines mit Support von Gans auftraten. Zwei Tage später, am 19. April, brachte Kim Gordon, Mitbegründerin von Sonic Youth, ihre Soloshow in die Hasenheide. Und am 22. April lieferten Kruder & Dorfmeister einen Abend für alle, die Downtempo und Trip-Hop lieben.
Weitere April-Highlights waren: Project Pitchfork (11.4.), Klangkarussell (24.4.), Miguel mit Twin Shadow (26.4.) und der Comedian El Hotzo (28.4.). Den Monatsabschluss machte die Wüstenblues-Legende Tinariwen am 30. April.
Sommer 2026: Von Rock bis Latin
Im Mai stach die German Beatbox Championship am 16. Mai heraus, mit Dub FX als Special Guest. Wilhelmine beschließt den Monat am 31. Mai mit Cloudy June im Support.
Der Juni wird laut: Mastodon bringen am 25. Juni schweren Progressive Metal in die Halle, Breaking Benjamin rocken am 22. Juni, und Alexisonfire liefern am 17. Juni Post-Hardcore vom Feinsten. Für ruhigere Töne sorgt Aldous Harding am 21. Juni.
Im Juli und August wird es internationaler: Pabllo Vittar präsentiert am 24. Juli seinen Club Vittar, Gitarrenvirtuose Yngwie Malmsteen shreddet am 28. Juli, und Thievery Corporation liefern am 2. August elektronische Grooves.2
Herbst und Winter: Kein Winterschlaf in Neukölln
Ab September geht es nahtlos weiter. Fear Factory kehren am 17. September mit Crystal Lake und Hate zurück, Black Stone Cherry rocken am 12. September, und die slowenischen Avantgardisten Laibach spielen am 13. Oktober.
November bringt gleich mehrere Kracher: The Pretty Reckless am 18. November, die Folk-Metaller Eluveitie am 19. November und Kodaline am 29. November. Zum Jahresabschluss gibt es am 19. Dezember Orgi's Weihnachtsshow – nur für Erwachsene ab 18.
Über 100 Veranstaltungen: Für jeden etwas
Insgesamt stehen über 100 Veranstaltungen im Kalender für 2026, von Rock und Metal über Hip-Hop und Elektronik bis hin zu Comedy und Latin. Das zeigt, warum Huxleys seit 50 Jahren eine feste Größe ist: Die Halle bedient kein einzelnes Genre, sondern die gesamte Bandbreite.
Die Geschichte: Vom Biergarten zur Konzerthalle
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. 1867 eröffnete Gastwirt Sternecker einen Biergarten an der Hasenheide, zwei Tage später fand das erste Konzert statt. Um 1900 entstand ein großer Saal für rund 2.000 Besucher, der für Theater, politische Versammlungen und Feiern genutzt wurde.3
Im Ersten Weltkrieg diente das Haus als Lazarett, in der NS-Zeit fanden nur politische Versammlungen statt. Nach den Bomben von 1945 wurde es ab 1946 wieder bespielt – mit Kino, Boxkämpfen und Bierfesten. In den 1960ern übernahm die Rockmusik: Jimi Hendrix gab hier seine ersten Berliner Konzerte. Zwischen 1985 und 1990 wurde die Halle zur Rollschuh-Disco „Roller Skater Center Neue Welt", bevor sie unter dem heutigen Namen Huxleys Neue Welt zur Konzerthalle wurde.
An der Zwischendecke sind bis heute die historischen Stuckelemente des alten Festsaals erhalten – ein Stück Neuköllner Geschichte, direkt über den Köpfen der Konzertbesucher.
Die Halle: Kompakt und nah dran
Huxleys fasst bis zu 1.600 Besucher im Stehen und rund 750 bei bestuhlten Veranstaltungen. Die Fläche beträgt etwa 1.225 Quadratmeter inklusive Garderobe und mehreren Bars. Im Vergleich zu den großen Arenen der Stadt ist das überschaubar, und genau das macht den Reiz aus. Hier steht man nah an der Bühne, die Atmosphäre ist intim, der Sound direkt.4
Nach der Übernahme durch Trinity Music wurde die Halle renoviert: neue Technik, besseres Design, aber der Charakter blieb erhalten.
Praktische Infos für den Besuch
Adresse: Hasenheide 107–113, 10967 Berlin
Anfahrt: Am einfachsten mit der U-Bahn zum Hermannplatz (U7, U8), von dort läuft man einfach die Hasenheide entlang und steht direkt vor der Tür. Auch der U-Bahnhof Südstern (U7) ist fußläufig erreichbar.
Taschen: Nur Taschen bis DIN-A4-Format (21 × 29,7 cm) sind erlaubt. Größere Rucksäcke müssen draußen bleiben.
Bezahlung: An den Bars wird Kartenzahlung akzeptiert (Visa, Mastercard, EC).
Tickets: Je nach Veranstaltung über verschiedene Vorverkaufsstellen online oder bei Dodo Beach als Offline-Verkaufsstelle. An der Abendkasse gibt es Tickets, sofern die Show nicht ausverkauft ist.5
Die meisten Konzerte beginnen um 20:00 Uhr, Einlass ist in der Regel ab 19:00 Uhr. Es lohnt sich, früh da zu sein, wer vorne stehen will, sollte pünktlich zum Einlass erscheinen.