In Neukölln liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 52,2 Prozent, bei den unter 18-Jährigen ist er noch deutlich höher. Damit zählt der Bezirk zu den am stärksten geprägten Bezirken Berlins.1 Diese Zahl umfasst sowohl Ausländer als auch Deutsche mit Migrationshintergrund und spiegelt die demografische Entwicklung wider, die sich durch Zuzug und höhere Geburtenraten verstärkt.2
Aktuelle Statistiken zu Kindern und Jugendlichen in Neukölln
Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund in Neukölln liegt bezirksweit bei 52,2 Prozent (Stand 2025), wobei Neukölln neben Mitte (59,0 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (50,1 Prozent) zu den Bezirken mit den höchsten Werten gehört. Besonders hoch ist dieser Anteil bei der Jugend: Berlinweit haben mehr als 52 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren einen Migrationshintergrund.3
In Neukölln übersteigen die Anteile an Schulen mit Migrationshintergrund in vielen Fällen 80 Prozent, an manchen Schulen.45 Diese Zahlen basieren auf Definitionen des Statistischen Bundesamts, wonach Migrationshintergrund vorliegt, wenn eine Person selbst oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren ist.
Bezirkliche Daten vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen die Aufteilung der Neuköllner Bevölkerung in Deutsche ohne Migrationshintergrund, Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer. Frühere Erhebungen aus 2021 nennen 153.151 Personen mit Migrationshintergrund aus 155 Ländern bei einer Gesamtbevölkerung von 327.073.
Schulstatistiken verdeutlichen die Konzentration: An Neuköllner Sekundarschulen liegt der Anteil Schüler mit Migrationshintergrund oft bei über 85 Prozent, was die demografische Verschiebung in der Bildungsinfrastruktur zeigt. Ähnlich hoch sind die Anteile an mehreren Neuköllner Gymnasien.
Einordnung in die langfristige Demografieentwicklung
Die Demografie der Jugend in Neukölln und Berlin deutet auf zukünftige Entwicklungen hin. Prognosen aus früheren Analysen prognostizierten, dass in Berlin bis 2026 jedes zweite Kind aus einer Einwandererfamilie stammen wird, was durch aktuelle Daten bestätigt wird.
Der rasante Anstieg, von einem Viertel der Schüler vor 20 Jahren auf über 50 Prozent heute, resultiert aus höheren Geburtenraten, jüngerem Durchschnittsalter und Zuzug von Familien. Diese Struktur der unter 18-Jährigen zeigt, wie Deutschland in 20 bis 30 Jahren demografisch aussehen wird: Bundesweit liegt der Anteil Schüler mit Migrationshintergrund 2024 bei über 40 Prozent, ein Wert, der seit 2019 von 37 Prozent gestiegen ist.
Vergleiche mit anderen Bezirken und dem Bundesdurchschnitt
Im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken sticht Neukölln heraus. Während Mitte mit 59,0 Prozent und Friedrichshain-Kreuzberg mit 50,1 Prozent ähnlich hohe Anteile an Personen mit Migrationshintergrund aufweisen, sind Bezirke wie Steglitz-Zehlendorf oder Reinickendorf niedriger positioniert.
Berlinweit beträgt der Anteil 41,7 Prozent (2025), ein Anstieg von 41,1 Prozent im Vorjahr. Bundesweit weisen westdeutsche Stadtstaaten wie Bremen überdurchschnittlich hohe Anteile auf, während ostdeutsche Flächenländer wie Mecklenburg-Vorpommern deutlich niedrigere Werte verzeichnen.
Diese Vergleiche unterstreichen regionale Unterschiede: In Neukölln konzentrieren sich hohe Anteile in sozialen Brennpunkten, ergänzt durch Gentrifizierung in anderen Kiezen.
Quellen und Methodik
Die Daten stammen vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Stand 2025), Mikrozensus des Statistischen Bundesamts (2024), Wikipedia-Übersicht zu Neukölln (basierend auf offiziellen Statistiken, 2024), Bezirksamt Neukölln (2021) sowie Schulportalen zu Migrationshintergründen. Frühere Prognosen ergänzen aus dem Tagesspiegel (2006, aktualisiert). Der Mikrozensus erfasst Haushalte repräsentativ, ergänzt amtliche Schuldaten.
Diese Faktenlage lässt die demografischen Verschiebungen in Neukölln erkennen, ohne Prognosen zu überbewerten.