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Was macht Frank Zander heute? Sein großes Herz für Neukölln

Mit 83 organisiert Zander im Estrel sein 31. Weihnachtsfest für Tausende Obdachlose – Familie und Promis helfen beim logistischen Meisterwerk.

Von Jens Rethfeld | 27. Februar 2026
Was macht Frank Zander heute? Sein großes Herz für Neukölln © Yasemin Korkmaz

Mit 84 Jahren steht Frank Zander noch immer mitten im Leben, buchstäblich. Am 22. Dezember 2025, wenige Tage vor Weihnachten, begrüßte der Entertainer im Estrel Hotel in Neukölln zum 31. Mal rund 2.500 obdachlose und bedürftige Menschen zu seinem legendären Weihnachtsfest1. Während viele Menschen in seinem Alter längst den Ruhestand genießen, hat Zander sich zur Lebensaufgabe gemacht, denjenigen eine Stimme zu geben, die in der Gesellschaft oft übersehen werden. Damit reiht er sich ein in die Riege Neuköllner Persönlichkeiten, zu denen auch Heinz Buschkowsky zählt.

Was 1995 mit einer einfachen Idee begann, einem Weihnachtsessen für 250 Obdachlose im brandenburgischen Schloss Diedersdorf, ist heute eines der größten Weihnachtsfeste seiner Art in Berlin geworden. Doch Frank Zander beschränkt sich längst nicht mehr nur auf diese eine Nacht im Jahr. Sein soziales Engagement hat sich zu einem umfassenden Lebensprojekt entwickelt, das die Stadt Berlin prägt und besonders seinen Heimatbezirk Neukölln nicht mehr wegdenken kann.

Was dich erwartet

Die Nacht, die alles verändert

Jedes Jahr dasselbe Ritual: Monatelange Vorbereitung, hunderte von Helfern, darunter Prominente aus Politik und Showbiz, und ein logistisches Meisterwerk. Beim jüngsten Fest im Dezember 2025 wurden etwa 3.000 Gänsekeulen zubereitet, dazu 6.500 Knödel und 850 Kilogramm Rotkohl. Zander persönlich begrüßt jeden einzelnen Gast, eine Geste, die vielen der Besucher das ganze Jahr über im Gedächtnis bleibt.

An seiner Seite ist längst seine Familie: Sohn Marcus und Enkel Elias helfen bei der Organisation und beim Schmücken des Estrel Hotels. Es ist ein Familienfest geworden, bei dem der Zusammenhalt zwischen den Generationen genauso wichtig ist wie das Festessen selbst2. Über 130 prominente Kellner servieren, von Politikern bis zu Künstlern, und signalisieren damit eine wichtige Botschaft: Alle Menschen verdienen Respekt und Würde.

Neukölln ist seine Heimat

Dass Zander sein Weihnachtsfest ausgerechnet im Estrel Hotel in Neukölln veranstaltet, ist kein Zufall. Der Bezirk ist Zanders Heimat, hier ist er aufgewachsen, hier hat er seine Wurzeln. Mit dieser Wahl unterstreicht der 84-Jährige Jahr für Jahr seine tiefe Verbundenheit mit Neukölln, einem Stadtteil, der selbst oft mit sozialen Herausforderungen kämpft und dessen Bewohner Zanders Beispiel kennen und schätzen.

Das Weihnachtsfest ist längst ein fester Teil der Berliner Vorweihnachtstradition geworden. Aber Zander ruht sich darauf nicht aus. Um seine soziale Arbeit noch besser zu strukturieren, gründete er 2024 gemeinsam mit der Caritas die Frank-Zander-Stiftung. Diese ermöglicht es, bedürftige Menschen das ganze Jahr über zu unterstützen, nicht nur an Weihnachten.

Mehr als nur Musik und Mildtätigkeit

Wer denkt, Frank Zander sei nur als Schlagersänger und Philanthrop aktiv, irrt sich. Der vielseitige Künstler hat in den vergangenen Jahren eine ganz eigene kreative Leidenschaft entdeckt: die Fischmalerei. Inspiriert durch seinen Namen, malt Zander bunte Zander-Fische und veröffentlicht regelmäßig Kalender mit seinen Werken. Der Kalender 2025 trug das Motto "Meine Lieblinge", ein Projekt, das zeigt: Zander bleibt kreativ und experimentierfreudig.

Im April 2025 startete er gemeinsam mit seinem Freund Olaf Schenk sogar ein gastronomisches Abenteuer: den "Zanderburger", einen Hamburger mit echtem Zander belegt. Die Idee mag skurril klingen, aber sie zeigt Zanders humorvolle Art, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, während er doch so Wichtiges leistet.

Auszeichnungen und Anerkennung

Das soziale Engagement des Neuköllner Urgesteins ist mehrfach gewürdigt worden. 2022 erhielt Zander das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2024 folgte der Wilhelm-Wernicke-Ehrenpreis, und 2025 zeichnete ihn der Marketing Club Berlin für sein soziales Engagement und als Markenbotschafter der Stadt Berlin aus.

Doch für Frank Zander selbst liegt die größte Auszeichnung vermutlich in den Momenten, wenn er die Gesichter der Menschen sieht, denen er hilft, wenn Dankbarkeit und Freude in ihren Augen aufleuchten.

Wie lange noch?

Im Dezember 2025 äußerte sich Zander optimistisch über seine Zukunftspläne und möchte das Weihnachtsfest fortsetzen, sofern es die Gesundheit zulässt. Mit 84 Jahren ist das eine realistische Einschränkung, aber sie zeigt auch: Der Wille ist da, die Kraft auch. Solange Frank Zander kann, wird er sich für die Schwächsten der Gesellschaft einsetzen, in Neukölln und in ganz Berlin.

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Jens Rethfeld
Jens Rethfeld
Freier Journalist

Freiberuflicher Journalist, Neuköllner seit der Jahrtausendwende – also noch vor dem großen Hype. Schreibt mit Leidenschaft über seinen Bezirk, ohne die Gentrifizierungsdebatte zu scheuen.

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Leserstimmen
Martina P. 4. März 2026, 14:49 Uhr

Ich war einmal vor Jahren Gast bei so einem Weihnachtsessen und die persönliche Begrüßung blieb mir im Kopf. Die Atmosphäre war rührend und zeigt, wie sehr solche Aktionen Menschen zusammenbringen.

Andreas89 2. März 2026, 02:34 Uhr

Danke Frank Zander und allen Helfenden. so viel Wärme und Einsatz tut der Stadt gut

Tobias G 27. Februar 2026, 16:07 Uhr

War früher öfter bei Nebenveranstaltungen im Kiez dabei. Tipp an alle Helfenden: am besten früh melden, viele lokale Initiativen in Neukölln koordinieren die Abläufe und freuen sich über Unterstützung bei Ausgabe und Aufbau.

petra_90 27. Februar 2026, 07:22 Uhr

Sehr schöner Artikel. Wie wird eigentlich entschieden, wer zum Fest eingeladen wird und gibt es eine Warteliste oder Anlaufstellen für Bedürftige in Neukölln die das organisieren?

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