Seit über einem Monat frieren und waschen Mieter im Herzen von Neukölln ohne Heizung und warmes Wasser. Eine verzweifelte Anwohnerin aus der Hermannstraße 63 meldet sich bei uns, und das ist nicht der erste Schrei nach Hilfe in den Wohnblocks der Deutschen Wohnen. Auch andernorts greift das Bezirksamt durch, etwa wenn Neukölln Mikro-Apartments stoppt.1
Eine Mieterin aus dem belebten Neuköllner Kiez schildert uns gegenüber eine Lage, die an ein Horrorszenario erinnert: Seit dem 4. Januar kein warmes Wasser, keine Heizung.
Kaltes Elend im Neuköllner Winter
„Wir stehen fast alle Bewohner täglich in Kontakt mit den Verantwortlichen“, berichtet die Mieterin in ihrer Leser-Einsendung an das Neukölln Magazin. Das Gebäude in der Hermannstraße 63, verwaltet von Deutsche Wohnen, einem der größten Immobilienkonzerne Berlins, ist seit dem 4. Januar ohne grundlegende Versorgung.
Inzwischen dauert das Drama schon Monate, mitten im kalten Neuköllner Winter, wo Temperaturen kaum über null klettern. Die Mieterin hat Tickets erstellt, unzählige Anrufe getätigt, doch es gibt keinen Zeitplan, keine klare Rückmeldung. „Es kann nicht sein, dass wir so auskommen müssen“, schreibt sie. In Neukölln, wo viele Familien und Alleinstehende in engen Budgets leben, wird so ein Defekt zur täglichen Qual, Duschen im Eiskaltwasser, frieren in den Wohnungen.
Deutsche Wohnen: Bekanntes Muster?
Deutsche Wohnen, seit 2021 Teil der Vonovia-Gruppe, steht damit nicht allein da. In anderen Berliner Ortsteilen wie Mariendorf oder Baumschulenweg klagen Mieter über ähnliche Probleme: Fehlerhafte Heizkostenabrechnungen, verspätete Reparaturen und mangelnde Kommunikation1. Dort organisieren sich Mieter in Initiativen wie MiMo, um Druck auszuüben, und warten immer noch auf vollständige Belege.
Wie uns die Leserin mitteilt, eskaliert die Situation im Haus zusätzlich: Die Haustür wird seit Monaten manipuliert, vermutlich von Obdachlosen. Drogenabhängige hausen im Treppenhaus, hinterlassen unhygienische Spuren in den Gemeinschaftsräumen. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher“, fasst sie zusammen. In Neukölln, bekannt für seine lebendigen Straßen und multikulti Kiez-Szene, wird so ein Wohnblock zur No-Go-Zone für die eigenen Bewohner.
Sicherheit im Treppenhaus? Ein Albtraum
Die manipulierten Türen laden Unbekannte ein, die sich eingenistet haben. Hinterlassenschaften, Drogenutensilien, das Bild ist klar. Ein Haus in der Hermannstraße, nur Minuten vom Hermannplatz entfernt, versinkt im Chaos.
Unsere Leserin plant nun, persönlich im Büro von Deutsche Wohnen aufzutauchen, um vor Ort Druck zu machen. Neuköllner Mieter kennen solche Geschichten. Der Bezirk mit seinen dichten Wohnblocks kämpft seit Jahren mit Obdachlosigkeit und Drogenproblemen in öffentlichen Räumen. Hier, wo gentrifizierte Cafés auf Sozialwohnungen treffen, fühlen sich Anwohner im Stich gelassen. Die Verantwortlichen? Schweigen oder Standardphrasen per Hotline.
Was sagt das Gesetz – und was tun Mieter?
Nach Mietrecht müssen Vermieter für Heizung und Warmwasser sorgen, Defekte innerhalb vernünftiger Frist beheben. Bei Dauer über zwei Wochen drohen Mieter mit Mietminderung, bis zu 100 Prozent bei vollständigem Ausfall.
Der Berliner Mieterverein rät: Alles dokumentieren, Nachbarn mobilisieren und Behörden wie das Ordnungsamt einschalten. In ähnlichen Fällen wie in Mariendorf hat der Mieterverein Mieter unterstützt, gegen unvollständige Abrechnungen gekämpft. Für Neukölln könnte eine Mieterinitiative der nächste Schritt sein, wie in anderen Stadtteilen, die sich erfolgreich gegen Vonovia wehren.
Aufruf ans Kiez: Gemeinsam stärker
Die Leserin hofft auf Unterstützung durch Medien wie uns. „Ich sehe mich gezwungen, mich schriftlich zu wenden“, schreibt sie. In Neukölln, wo der Zusammenhalt im Kiez Legende ist, könnte das der Funke sein: Nachbarn vereinen, Petition starten, Druck aufbauen.
Wir haben Deutsche Wohnen um eine Stellungnahme gebeten – bisher keine Antwort. Bis dahin: Neuköllner, teilt eure Stories! Ist Hermannstraße 63 ein Einzelfall, oder brodelt es in mehreren Blocks? Der Winter ist hart, aber der Kiez ist stärker. Schreibt uns: [email protected].